Artikel 32

Ein Photoprojekt wider die polnische Norm

Artikel 32.

Im Artikel 32 der polnischen Verfassung heißt es:

    1.    Alle sind vor dem Gesetz gleich. Alle haben das Recht, von der öffentlichen Gewalt gleich behandelt zu werden. 

    2.    Niemand darf aus welchem Grund auch immer im politischen, gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Leben diskriminiert werden.


Die aktuelle Situation.

Die polnische Regierung setzt mit Unterstützung des Staatspräsidenten aktuell zahlreiche Maßnahmen zur Diskriminierung und Kriminalisierung von Menschen, deren sexuelle Ausrichtung und deren Lebensmodell nicht der von Regierung und Kirche gewünschten heteronormativen Familienvorstellung entspricht.


Das Projekt „Artikel 32“.

Diese derzeitige polnische Regierungspolitik widerspricht nicht nur den Menschenrechten sondern auch der polnischen Verfassung. Auf diesen Verfassungsbruch reagiert das Kunstprojekt „Artikel 32“ im öffentlichen Raum in Wien.

Warum Wien. Es gibt eine jahrhundertelange Verbindung zwischen der polnischen Volksgruppe und Wien. Auch gegenwärtig ist in Wien eine große Zahl polnischer Staatsangehöriger oder polnischstämmiger Menschen ansässig. Die Geschichte Wiens ist ohne die polnische Volksgruppe nicht denkbar. Es ist nur logisch, dass auch in Wien die Diskriminierung der Angehörigen der LGBTQ-Community durch die polnische Regierung thematisiert wird.

Warum ein Kunstprojekt. Kunst kann Fragen anders stellen, als dies in der politischen Debatte möglich ist. Kunst kann Themen anders kontextualisieren als dies im gesellschaftspolitischen Diskurs geschieht. Kunst kann Zusammenhänge erfahrbar machen, Hintergründe aufdecken, Sachverhalte ins Bewusstsein holen. Die bildende Kunst kann veranschaulichen. Das soll das Projekt „Artikel 32“.

Warum ein heteronormativer Photograph. Erst wenn von den heteronormativen Mitgliedern der Gesellschaft Diskriminierungen des anderen Teils der Gesellschaft wahrgenommen und thematisiert werden, werden wir uns einer egalitären Sichtweise annähern. Das gilt im übrigen für jede Art der Diskriminierung. Es liegt an allen Mitgliedern einer Gesellschaft Diskriminierungen und Rassismen als Problem zu erkennen und sich um neue Perspektiven und Lösungen zu bemühen.


Die Präsentation.

Das Projekt „Artikel 32“ wurde in Wien Am Gestade vor dem „Polnischen Institut“ im öffentlichen Raum gezeigt. Diese Präsentation wurde mit Untertsützung der Nationalrätin Ewa Ernst-Dziedzic und der Grünen Bildungswerkstatt Wien ermöglicht.




Michael SchmidPhotography Vienna