Schein und Sein

Ein Projektfragement zu neonationalen Illusionen und realen Gegebenheiten




Der Hintergrund.

Neonationalistische Strömungen berufen sich häufig auf autochtone Bevölkerungskerne und isolierte kulturelle Identiäten. In Österreich wird diese vermeintliche Kulturautonomie häufig über Trachtenmode oder das, was als solche verkauft wird, visualisiert. Die österreichische Bevölkerungs- und Kulturwahrheit korreliert nicht unbedingt mit den Wahrnehmungswünschen. Speziell Wien ist seit Jahrtausenden ein Ort der Zuwanderung, des Austausches, der Mischkultur.


Das Projekt.

Dem neonationalistischen Wunschbild wird der Spiegel weiblicher Realität in Wien vorgehalten.

   •    Die Puppe. Die Puppe verkörpert mit ihrem Dirndl neonationalistische Projektionsbilder. 

   •    Der Spiegel. Der Spiegel holt das ins Bickfeld, was ausgeblendet ist oder werden soll. Die Realität.

   •    Der öffentliche Raum. Der öffentliche Raum sollte allen dienen. Dominiert wird er seit Jahrhunderten von den Männern. Daher zeigen sich die Frauen hier ganz bewusst im öffentlichen Raum.


Das Fragmentarische.

Das Projekt sollte eine Serie von zwölf Bildern umfassen. Photographiert wurde im Herbst 2018, als aus gesundheitlichen Gründen nach dem fünften Bild abgebrochen werden musste. Die Serie bleibt daher bis auf weiteres unvollständig.

Michael SchmidPhotography Vienna